Warum sind Schulkrankenschwestern wichtig?

Victoria Borodinowa/Pixabay

Verletzungen behandeln, untersuchen, trösten, zuhören, beraten – all das tun Schulkrankenschwestern seit fünf Jahren an Brandenburger Schulen. Sie sind Teil eines Projekts der AWO Potsdam und heißen eigentlich Schulgesundheitsfachkräfte. 2017 nahmen die ersten von ihnen ihre Arbeit auf. Inzwischen arbeiten 18 Schulkrankenschwestern an 27 Schulen. Bisher werden sie überwiegend vom Land finanziert.
Ihre Aufgaben sind zahlreich und gehen weit über das Pflasterkleben ­hinaus. Sie versorgen Verletzungen oder lindern ­Beschwerden und bieten Projekte für ein gesundes Leben an. Sie betreuen chronisch kranke Kinder und Kinder mit Behinderungen, unterstützen den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst und pflegen den Kontakt mit anderen Professionen und Institutionen. Gerade in der Corona-Pandemie haben die Schulkrankenschwestern gezeigt, wie wichtig sie sind – sie waren unter anderem dafür zuständig, Hygienepläne zu entwickeln und umzusetzen.

Das Projekt wurde wissenschaftlich begleitet. Vor dem Start gab es eine Machbarkeitsstudie, seit es läuft, wurde es durch weitere Studien ausgewertet. Sie kamen allesamt zum selben Fazit: Die Schulgesundheitsfachkräfte sind sinnvoll – und sie sollten vom Projekt zur Dauereinrichtung werden. So konnten fast 90 Prozent der Schüler*innen mit Beschwerden oder Verletzungen nach ihrem Besuch bei der Schulkrankenschwester wieder zurück in den Unterricht – den Arztbesuch konnten sie sich sparen. Lehrkräfte konnten ihre Klasse weiter unterrichten, wenn jemand versorgt werden musste. So gab es mehr Zeit für den Unterricht. Und Eltern wurden durch die Arbeit der Schulgesundheitsfachkräfte entlastet.
Entlastet wird sogar das Gesundheitssystem, da Beschwerden oder kleinere Verletzungen in der Schule behandelt werden können. Dies verhinderte unnötige Rettungseinsätze und Krankentransporte. Modellrechnungen zeigen: Ein Euro, der in eine Schulkrankenschwester investiert wird, kann bis zu 43 Euro an Sozialversicherungsabgaben und Steuern einsparen. Eine Win-Win-­Situation für alle!

Warum ist das Projekt in Gefahr?

AWO Potsdam
Eigentlich bräuchte es also Schulkrankenschwestern an jeder Schule. Doch die Landesregierung will trotz aller Erfolge nicht einmal die behalten, die schon da sind. Sie will das Projekt begraben. 400.000 Euro seien zu viel, bei einem Haushalt von 14,6 Mrd. Euro. Die 18 Schulgesundheitsfachkräfte müssen Ende dieses Jahres ihre Arbeit beenden und gehen in die Arbeitslosigkeit. Das bedeutet auch: 27 Schulen müssen auf die hervorragende Arbeit dieser Fachkräfte verzichten; Lehrkräfte werden wieder fachfremde Gesundheitsaufgaben übernehmen müssen; Eltern werden ihre Kinder wieder wegen kleiner Wunden und Wehwehchen aus der Schule abholen müssen und es werden wieder überflüssige Krankentransporte stattfinden.
Damit geht nicht zuletzt auch ein wichtiger Baustein für die inklusive Bildung verloren – also für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Eine gute und sinnvolle Struktur wird zerstört. Sie wird sich so schnell nicht wieder aufbauen lassen. Um die Schulkrankenschwestern zu retten, fanden zahlreiche Aktionen statt. Unter dem Motto: „Was hilft, muss verstetigt werden!“ wurden Unterschriften gesammelt, Reden gehalten und Gespräche geführt. Im Landtag stand das ­Thema allein in den letzten zwei Jahren neunmal auf der Tagesordnung – meist auf Initiative der Linksfraktion. Doch die rot-schwarz-grüne Landesregierung fährt das Projekt gegen die Wand.

Was tun, um das Projekt zu retten?

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Es ist fünf vor 12! Höchste Zeit, mitzu­mischen und sich einzumischen. Am ­3. November 2021 wird der Sozialausschuss des Landtages erneut über die Zukunft der Schulgesundheitsfachkräfte debattieren. Bis dahin haben Kinder, Lehrer, Eltern und die Fachkräfte selbst noch die Chance, ein deutliches Zeichen zu setzen – laut, kreativ und mit Nachdruck.

Denn es wäre unverantwortlich, ein solches Projekt sterben zu lassen – gerade in Zeiten, in der es eine Pandemie zu bekämpfen gilt und in der die ­inklusive Bildung ein verbrieftes Grundrecht ist. Auch Sie können helfen: Schreiben Sie der Landesregierung über das Formular auf dieser Seite, dass Sie das Projekt retten und die Schulkranken­schwestern behalten wollen!

Unsere Argumente im Landtag

Vorschaubild des YouTube-Videos https://youtu.be/7aG80kT_fyg

Rettet die Schulkrankenschwestern! Mit dem Klick des Buttons erklärst Du Dich einverstanden, dass Deine Daten an YouTube übermittelt werden.

Ich will die Schulkrankenschwestern erhalten!

Die Schulkrankenschwestern stehen deshalb vor dem Aus, weil die Landesregierung kein Geld für eine dauerhafte Fortführung bezahlen will. Nutzen Sie dieses Formular und fordern Sie die Regierung, ihre Haltung zu ändern. Ihre E-Mail geht an die Staatskanzlei Brandenburg; Ihre Mailadresse wird dabei mit versendet.

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